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TRAINING
 

Um einen realistischen Ausblick darauf zu geben, welche Ziele durch Erlernen einer traditionellen Kampfkunst erreicht werden können, werden nachfolgend die wichtigsten Inhalte und Methoden der Ausbildung im Kung-Fu kurz beschrieben. Um weitere Informationen zu erhalten nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf oder erleben das Kung-Fu selbst bei einer kostenlosen Probestunde in einer unserer Gruppen in Siegen, Hilchenbach oder Freudenberg.

In unserem Verein kommen die verschiedensten Methoden zur Anwendung:
· Hand- und Waffenformen (mit und ohne Partner)
· Techniken im langen, mittleren und kurzen Distanzbereich
· Fußtritte, Fußfeger, Würfe und Hebeltechniken
· 5-Tiere-Techniken (Drache, Tiger, Kranich, Leopard und Schlange)
· Sparring und Selbstverteidigung
· Abhärtungtechniken
· Vermittlung von Theorie und Geschichtlicher Entwicklung
· Internes Training (Qi Gong, Meditation, Atmung)


Formentraining

Das Chow Gar Kung-Fu enthält viele unterschiedliche Hand-, Waffen und Partnerkampfformen. Diese Formen (chin. Chuen Fa), die eine feste Abfolge von Stellungen, Hand- und Fußtechniken Schritten und Sprüngen beinhalten, sind eines der wichtigsten Aspekte dieses Kampfsystem. Jede Form vermittelt die unterschiedlichen Grundregeln dieser Kampfkunst und jede Bewegung in diesen Formen dient einem Zweck und hat eine Bedeutung. Hier wird der Übende geistig und körperlich geschult, Techniken werden verfeinert, Ausdauer und Krafteinsatz gesteigert, Reaktion und Koordination verbessert. Je öfter und intensiver man diese Formen übt umso schneller beginnt man die Zweckmäßigkeit der Techniken zu verstehen und umso tiefer wird das Verständnis in dieser Kampfkunst. Die Formen sind das Kernstück und neben dem Lehrer, der bedeutendste „Informationsträger„ im Kung-Fu. Über die Jahrtausende waren und sind sie das Medium, mittels derer die hohen Kunstfertigkeiten im Kung Fu von Lehrer an Schüler weitergereicht wurden und werden. Eine Übersicht über die wichtigsten Kung-Fu Formen die in unseren Verein unterrichtet werden, finden Sie unter Lehrplan.


 

Waffentraining

Die tradionellen chinesischen Waffen sind fester Bestandteil des Kung-Fu Training. Sie werden grob in die Kategorien lang, kurz, einzeln und doppelt eingeteilt und unterscheiden sich durch Gewicht und Handhabung. Der bei uns unterrichtete Kung-Fu Stil enthält eine vielzahl von Waffenformen die Unterrichtet werden. Die wichtigsten sind der Langstock, der Säbel, die Schmetterlingsmesser, Doppelsäbel, das Neunringeschwert und der Speer, um nur einige zu nennen.



 

Anwendungen

Unter dem Anwendungstraining versteht man das Üben vorerst festgelegter Bewegungsabläufe mit einem oder mehreren Partnern um die praktische Anwendung der in den Formen erlernten Techniken verständlich zu machen. Diese Partnerübungen erfordern ein hohes Maß an Konzentration um Verletzungsrisiken auszuschließen. Darüber hinaus werden grundlegende Fähigkeiten wie Distanzgefühl, richtiges Timing, Reaktion und Wissen über die optimale Ausnutzung der Körperstruktur vermittelt. Mit zunehmendem Können werden den Anwendungen auch freie Elemente hinzugefügt, damit der Schüler lernt selbstständig angemessene Techniken zu kombinieren.

Das für eine solide und realistische Ausbildung im Kung-Fu unverzichtbare Anwendungs- und Kampftraining beinhaltet neben der kämpferischen auch besonders die soziale Komponente. Ohne einen achtsamen und wertschätzenden Umgang mit den Trainingspartnern wäre das Kampftraining aufgrund der darin enthaltenen Techniken unverantwortlich.


 

Sparring und Selbstverteidigung

Das Sparring und das Training zur Selbstverteidigung sind in der Kung-Fu Ausbildung zwei unterschiedliche Bereiche die deshalb hier kurz gegenüber gestellt werden. Das Sparring mit einem oder mehreren Partnern findet ebenso wie das Selbstverteidigungstraining -aber anders als das Anwendungstraining- ohne vorab festgelegte Technikkombinationen statt. Beim Sparring oder Freikampf dominieren eher spielerisch, sportliche Elemente, die es ermöglichen Ausdauer, ein „gutes Auge„ und Reflexe, dynamische Geschicklichkeit sowie allgemeine Kampftauglichkeit für den Wettkampf zu entwickeln.

Das Sparring wird im Kung-Fu meist ohne Schutzausrüstung betrieben, da dies ein höheres Maß an Konzentration, Aufmerksamkeit und Körperkontrolle erfordert und trainiert. Das Sparring dient in unserem Unterricht zudem als Vorbereitung für Sanda (chinesischer Freikampf) –Wettkämpfe, an denen interessierte Schülerinnen und Schüler an nationalen und internationalen Meisterschaften teilnehmen können.

Bei der Selbstverteidigung ist der sportlich, spielerische Aspekt kaum vorhanden. Eine Selbstverteidigungssituation sollte so schnell als möglich zu den eigenen Gunsten oder zum Schutz Dritter entschieden sein. Daher steht die absolute Effektivität der verwendeten Techniken bei der Selbstverteidigung an oberster Stelle. Unsere Schüler lernen, die erlernten Kung-Fu Techniken verantwortungsbewusst und der Situation angemessen im Notfall zu gebrauchen. Eine entsprechende Schutzausrüstung und diverse Übungswaffen ermöglichen es den Schülern so realitätsnah wie möglich im Rahmen des Trainings die Fähigkeiten zur effektiven Selbstverteidigung gegen einen oder mehrere Angreifer mit und ohne Bewaffnung zu erproben.




 

Abhärtung

Das Abhärten der im Kontaktkampf besonders beteiligten Gliedmaßen ist ebenfalls regelmäßiger Bestandteil der Kung-Fu Ausbildung. Dabei werden vor allem Haut und Knochen von Händen, Unterarmen und Schienbeinen anhand gezielter Übungen durch wiederholte Erschütterung, Reibung und Belastung an einen gewissen Grad der Schmerzunempfindlichkeit gewöhnt, ohne die ursprüngliche Sensitivität zu schädigen. Durch die somit erwirkte Verdichtung der inneren Struktur, werden die Knochen zunehmend härter und die Haut widerstandsfähiger. Das Abhärtungstraining findet entweder mit Partner oder an traditionellen Trainingsgeräten wie z.B. den Holzpuppen, dem Wandsandsack, den „hängenden Pfählen„, am Rattanring oder anderen Geräten statt. Dabei werden neben der Abhärtung auch wieder Fähigkeiten wie Distanzgefühl, Timing, Koordination, Konzentration und Sensibilität trainiert und gefestigt.


 

Techniken der 5 Tiere

Die Selbstverteidigungstechniken des Chow Gar Kung-Fu basieren hauptsächlich - und dass ist das Urtypische dieser Kampfkunst - auf Tiertechniken (z.b. Tiger, Leopard, Kranich, Drache, Schlange). An dieser Stelle soll noch erwähnt werden, dass die überwiegende Mehrzahl der Schulen und Stile des Kung-Fu aus der Beobachtung von Tieren und deren Verhalten im Kampf entstand. Durch das intensive und schweißtreibende Auseinandersetzen mit den jeweiligen Formen des Chow Gar lernt der Schüler die Techniken zu meistern und diese bei Partnerkampfübungen gezielt an jede beliebige Situation und an jeden beliebigen Gegner anzupassen. Hier kommen besonders Block-, Griff-, Hebel-, Stich- und Fausttechniken zu neuralgischen Punkten des Körpers zum Einsatz, die auch unter dem chinesischen Begriff Chin Na bekannt sind. Tiefe und explosive Tritte und Feger in Kombination mit Handtechniken vervollständigen den Selbstverteidungsaspekt des Chow Gar Trainings.

Jeder der oben genannten Tierstile steht dabei charakteristisch für die Entwicklung
bestimmter Eigenschaften und Fertigkeiten:

Die Techniken des Drachen
dienen vor allem der Kultivierung und Verfeinerung des Geistes. Schnelles Ausweichen und die gegnerische Kraft ableitende Bewegungen dominieren technisch sein Spektrum.

Die Techniken des Tigers fördern die Stärkung und Entwicklung von Muskeln und Knochen, Kraft und Stabilität. Heftige und kraftvolle Attacken werden überwiegend mit der „Tigerklaue„ ausgeführt und machen es bei der entsprechenden inneren Haltung des Praktizierenden fast unmöglich in einer unbewaffneten Kampfsituation als Angreifer zu bestehen.

Die Techniken des Kranich erhöhen die Flexibilität, schulen das Gleichgewicht und kräftigen die Struktur und die Zugfestigkeit der Sehnen. Aus kämpferischer Sicht dominieren beim Kranich ausweichende und ableitenden Bewegungen und Techniken. Diese werden kombiniert mit einhakenden Blocktechniken der Unterarme und Hände sowie punktgenau geführten Angriffen der Finger.

Die Techniken des Leoparden verlangen Schnelligkeit, Koordination und Ausdauer. Sie entwickeln einen freien Fluss der Nervenimpulse zwischen Gehirn und Muskeln, was schnelle Muskelreflexe und blitzartige Kampfmanöver ermöglicht.

Die Techniken der Schlange lehren Geduld, Sensitivität und ebenfalls punktgenaue Treffsicherheit bei Angriffen. Ähnlich wie beim Kranich werden in der Selbstverteidigung blitzschnell mit den Fingern vitale Punkte attackiert. Im Kung Fu gilt der „Geist„ der Schlange als voller Mäßigung, Wachsamkeit, Konzentration, Geduld und Ausdauer.